Die
Saison 2025 war wieder einmal sehr stark vom Wetter geprägt. Niedrige
Wasserstände im Frühjahr führten zu einem verspäteten Saisonstart bei
der Schifffahrtsgesellschaft Untersee & Rhein (URh). Während die
Schiffsbetriebe am Ober- und Überlinger See an Ostern in die Saison
starteten, konnte auf dem Rhein zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen
erst ab Anfang Mai gefahren werden. Dadurch nahm dieses Jahr kein
Schiff der URh an der 52. Internationalen Flottensternfahrt nach
Bregenz teil.
Ab Mai konnten alle Landestellen am See und an der Rheinstrecke bedient
werden. Aufgrund von abgestorbenen und angeschwemmten Quagga-Muscheln
im Rhein musste der Abschnitt zwischen Stein am Rhein und Diessenhofen
bereits ab 30.06.25 wieder für den Kursverkehr gesperrt werden. Erst ab
dem 26.07.25 konnte die Rheinstrecke wieder durchgehend befahren werden.
Auf ein wechselhaftes Frühjahr, und eine heiße Woche Ende Juni folgte
ein verregneter Juli und erst Mitte August kehrte der Sommer nochmals
zurück. Auch das Herbstwetter war eher wechselhaft. In der letzten
Saisonwoche im Oktober wurde der Schiffsverkehr auf der Rheinstrecke
nochmals wegen Niedrigwassers unterbrochen.
Insgesamt blicken die Schiffsbetriebe auf eine zahlenmäßig negative Saison zurück - vorallem am Untersee & Rhein.
Das
Fahrgastverhalten ändert sich. Der Trend geht immer mehr zu kürzeren
Fahrstrecken. Aufgrund der E-Bikes legen Radfahrer immer längere
Strecken an Land zurück und das Wetter spielt bei der spontanen Planung
einer Bodenseeschifffahrt eine immer entscheidendere Rolle. Auch die
gestiegenen Preise für die Fahrten auf dem See spiegeln sich in der
Zahl der Fahrgäste wieder. Der gemeinsame Fahrplan der Vereinigten
Schifffahrtsunternehmen für den Bodensee und Rhein (VSU) wurde in den
letzten Jahren und auch im Hinblick auf 2026 spürbar verändert. Die
Strecken im Oberseelängsverkehr
sowohl am deutschen als auch am schweizer Ufer werden immer mehr
ausgedünnt und gerade in der Vor- und Nachsaison nicht mehr an allen
Wochentagen bedient. Diese Anpassungen werden sich auch im Jahr 2026
fortsetzen.
Die De-Carbonisierung der Bodenseeschifffahrt blieb auch 2025 eines der zentralen Zukunftsthemen. Elektrische und hybride Antriebe, alternative Energieträger sowie neue Betriebskonzepte standen im Fokus. Hohe Investitionskosten, begrenzte Reichweiten und die Sensibilität des Bodensees als Trinkwasserspeicher machen die Transformation komplex. Die Diskussionen des Jahres verdeutlichten, dass der Wandel schrittweise erfolgen muss und sich noch über einen langen Zeitraum hinziehen wird.
Das elektrisch betriebene Fahrgastschiff MS Insel Mainau blieb ein zentrales Referenzprojekt. Es zeigte, dass emissionsarme Antriebe im Fahrgastbetrieb grundsätzlich funktionieren, zugleich aber sorgfältige Planung und realistische Einsatzkonzepte erforderlich sind. Am 10. Juli 2025 wurde auf dem Obersee ein Reichweitentest durchgeführt, bei welchem das Schiff mit einer vollen Batterieladung eine Strecke von 211 Kilometer in 18,5 Stunden zurücklegte.
Nach ihrem Ausscheiden aus dem regulären Fährbetrieb stand die Euregia
zunächst vor einer ungewissen Zukunft. 2025 wurde sie nur noch ab
Friedrichshafen als Partyfähre eingesetzt. Im November wurd die
komplette Übernahme durch die Schweizerische
Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG bekannt, wodurch eine
Verschrottung verhindert wurde. Zukünftig dient das Schiff
ausschließlich als Veranstaltungs- und Eventschiff, das liegend im
Hafen oder in langsamer Fahrt auf dem See genutzt werden soll.
Die MS Baden (BSB) feierte ihr 90-jähriges Bestehen. Sonderfahrten und Medienberichte unterstrichen den hohen emotionalen Wert historischer Schiffe für die Region.
Das
88jährige Motorschiff der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) war bisher
eine wichtige Stütze im Konstanzer Obeseekursverkehr. In den letzten
Jahren war es in der Hauptsaison überwiegend im Kursverkehr zwischen
Konstanz und Friedrichshafen sowie aushilfsweise im Verkehr auf dem
Überlinger See eingesetzt. Zum Ende der Saison machten Gerüchte bzgl.
einer Stilllegung des Schiffes bzw. einer Nutzung als Reserveschiff
oder liegenden Charter-Einheit die Runde. Im Fahrplan 2026 sind die
bisherigen Kurspaare der "Karlsruhe" gestrichen. Die BSB haben
mitgeteilt, dass sie das Schiff in der Saison 2026 nicht im Kurs- und
Charterverkehr einsetzen wollen. Als Reserveeinheit soll das Schiff
aber weiterhin zur Verfügung stehen.
Die MS Konstanz der Schifffahrtsgesellschaft Untersee & Rhein (URh) feierte im Jahr 2025 seinen 100.
Geburtstag. Das Schiff steht exemplarisch für Kontinuität auf Untersee
und Rhein und würdigte zugleich die Arbeit vieler Generationen von
Besatzungen und Technikern. Zu diesem Jubiläum wurden zahlreiche
Berichte in den Medien veröffentlicht und Sonderfahrten durchgeführt.
Die Katamaran-Reederei feierte 2025 ihr 20jähriges Betriebsjubiläum. Ihr schnelles Linienangebot hat sich als verlässliche Ergänzung der klassischen Weißen Flotte etabliert und ist insbesondere für Pendler und Alltagsverkehr unverzichtbar.
Vorarlberg Lines - Bodenseeschifffahrt
Auch
die Vorarlberg Lines - Bodenseeschifffahrt feierte im Winter 2025 ihr
20jähriges Bestehen seit dem Verkauf des Schiffsbetriebs der ÖBB im
Jahr 2005 an die Illwerke und den Tourismusunternehmer Walter Klaus mit
einem Festakt auf dem MS Sonnenkönigin.
Wie in fast jeder Saison blieben auch 2025 Zwischenfälle nicht
aus. Technische Störungen, Probleme beim An- und Ablegen sowie
witterungsbedingte Ereignisse führten vereinzelt zu Verspätungen oder
Ausfällen. Schwere Personenschäden wurden nicht bekannt. Dagegen
mussten Besatzungsmitglieder gegen alkoholisierte Fahrgäste vorgehen,
es kam zu einem Ölaustritt bei Wartungsarbeiten bei einem
Fahrgastschiff in Bregenz sowie zu einem Einbruch in ein Motorschiff im
Lindauer Hafen.
Die Vorfälle verdeutlichten die hohen Anforderungen an Betriebssicherheit auf einem stark frequentierten, grenzüberschreitenden Binnengewässer. Wartung, Schulung und Sicherheitsmanagement blieben zentrale Daueraufgaben.
2025 verschärfte sich die Gastronomiesituation auf den Fährschiffen der Stadtwerke Konstanz. Fachkräftemangel, steigende Betriebskosten und strengere Hygieneauflagen führten zu eingeschränkten Serviceangeboten oder zeitweiligen Schließungen der Bordrestaurants.
Besonders auf den Linienfähren, die regelmäßig Pendler und Tagesgäste transportieren, wirkte sich dies spürbar auf das Angebot aus. Reederei und Besatzung reagierten mit verkürzten Öffnungszeiten, reduzierten Speisekarten und organisatorischen Anpassungen, um den Betrieb wirtschaftlich tragfähig zu halten, ohne die Sicherheit und Grundfunktion der Fähren zu beeinträchtigen.
Die
Erfahrungen 2025 zeigen, dass Gastronomie an Bord der Konstanzer Fähren
weiterhin ein herausforderndes, aber wichtiges Element des
Gesamterlebnisses bleibt. Zum Jahresende 2025 wurde ein neuer Pächter
für die Bordgastronomie gefunden.
Die geplante Bergung des historischen Dampfschiffs Säntis war im Frühsommer 2024 gescheitert. Mit einem
Crowdfunding-Projekts wurde versucht neues Geld für einen weiteren
Bergungsversuch zu sammeln. Im Januar 2025 erklärte der
Schiffsbergeverein das Projekt vorerst für aufgegeben, da die erhoffte
Spendensumme in Höhe von einer Millionen Schweizer Franken bei weitem
nicht erreicht wurde. Der Verein ist nach wie vor mit der Bergung der
abgestürzten Hebetechnik am Wrack der "Säntis" beschäftigt.
2025 war von Stabilität in vielen Bereichen geprägt, doch es gab auch einen markanten Einschnitt: Thomas Breitenmoser, CEO der Schweizerischen Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft AG (SBS AG), schied nach nur einem Jahr im Amt zum Jahresende aus. Sein Ausscheiden fiel in eine Phase strategischer Weichenstellungen, etwa zur Weiterentwicklung des Event- und Linienbetriebs, unter anderem im Zusammenhang mit derEuregia.
Abgesehen davon blieb der Fachkräftebedarf ein zentrales Thema. Nautisches, technisches und Servicepersonal werden weiterhin dringend gesucht. Ausbildung, Nachwuchsgewinnung und Personalbindung spielten auch 2025 eine wichtige Rolle für die langfristige Zukunftsfähigkeit der Bodenseeschifffahrt.
Das Jahr 2025 zeigte die Bodenseeschifffahrt in ihrer ganzen Bandbreite: stabile Betriebsabläufe, bedeutende Jubiläen, die Rettung der Euregia, das Scheitern der Bergung der Säntis, unerfreuliche Erfahrungen mit der Richmond , wiederholte Unterbrechungen auf dem Rhein und die herausfordernde Gastronomiesituation auf den Fährschiffen der Stadtwerke Konstanz. Zugleich rückte dieDe-Carbonisierung als zentrales Zukunftsthema stärker in den Mittelpunkt.
Zwischen Tradition und Transformation bleibt die Bodenseeschifffahrt ein lebendiger Bestandteil der Region – als Verkehrsmittel, touristisches Angebot und kulturelles Erbe. 2025 hat gezeigt, dass der Weg in die Zukunft nur Schritt für Schritt, realistisch und unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen des Bodensees beschritten werden kann.
Damit endet dieser Jahresrückblick - erstmals unterstützt von einer KI. Mein Dank gilt wieder allen Besuchern und
Unterstützern dieser Internetseite.
Etwa 629.000 Besucher
haben im Jahr 2025 unsere Seiten besucht. Einzelne Seiten wurden mehr als 4,5 Millionen mal aufgerufen.
Herzlichen Dank - auch allen Besuchern unseres
Facebook-Auftrittes und unseres
Forums
für die Besuche und Beiträge.
Ich versuche Sie auch im Jahr 2026 wieder aktuell über die Bodenseeschifffahrt
zu informieren, und freue mich über zahlreiche
Besucher auf Bodenseeschifffahrt.de.
Ich wünsche Ihnen/Euch allen einen guten Start in ein gesundes, erfolgreiches und
glückliches Jahr 2026
und wieder viele schöne Stunden am und auf dem Bodensee.
Florian Scholz
(Bodenseeschifffahrt.de v. 31.12.25)
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